Sprachverlust nach einem Schlaganfall. Aphasie und die Rolle des Logopäden in der Therapie.
mgr Anna Barabas
Logopädin, Pädagogin, Neurologopädin
Therapieergebnisse
Patienten sprechen über uns
Aphasie ist der Verlust der Fähigkeit, Sprache zu verstehen und zu bilden, infolge einer Schädigung von Hirnstrukturen. Die Sprachstörungen können auch mit Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen einhergehen sowie mit weiteren neuropsychologischen Defiziten wie Apraxie, Agnosie, Gedächtnisstörungen oder einer Schwächung anderer kognitiver Funktionen.
Nach einem Schlaganfall kann ein Patient gleichzeitig mit einer Parese der Hand und der oberen Extremität, Sehstörungen, einer Dysphagie und einer starken emotionalen Belastung zu kämpfen haben. Häufig treten Apathie, gedrückte Stimmung und Depression, Erschöpfung, Reizbarkeit sowie ein vermindertes Selbstwertgefühl auf. Deshalb ist der Sprachverlust nach einem Schlaganfall nicht nur ein sprachliches Problem, sondern Teil eines umfassenderen neurologischen Bildes.
Die häufigsten Ursachen der Aphasie
Zu den häufigsten Ursachen der Aphasie zählen zerebrovaskuläre Erkrankungen, vor allem Schlaganfälle. Diese Störungen können jedoch auch nach einem Schädel-Hirn-Trauma auftreten, das eine gesonderte Rehabilitation nach einem Schädel-Hirn-Trauma erfordert, sowie im Verlauf von Hirntumoren. In Polen erleiden jedes Jahr etwa 75.000 Menschen einen Schlaganfall, und Schlaganfälle sind für die überwiegende Mehrheit der Aphasiefälle verantwortlich.
- Schlaganfälle sind die häufigste Ursache der Aphasie bei Erwachsenen.
- Schädel-Hirn-Traumata (TBI), insbesondere nach Verkehrsunfällen, können ebenfalls zum Sprachverlust führen.
- Aphasie kann auch im Verlauf von Hirntumoren und nach deren operativer Behandlung auftreten.
- Ein erheblicher Teil der Menschen, die einen Schlaganfall überleben, benötigt weiterhin die Hilfe anderer sowie eine multidisziplinäre Rehabilitation.
Sprachverlust nach einem Schlaganfall – Einteilung der Aphasie
Für klinische Zwecke werden mehrere Grundformen der Aphasie unterschieden. Die Einteilung hilft, die vorherrschenden Schwierigkeiten zu beschreiben, in der Praxis ist das Störungsbild eines einzelnen Patienten jedoch oft gemischt und verändert sich im Verlauf der Therapie.
- Sensorische Aphasie – im Vordergrund steht ein gestörtes Sprachverständnis.
- Motorische Aphasie – das Hauptproblem ist die Unfähigkeit oder große Schwierigkeit zu sprechen.
- Amnestische Aphasie – der Patient hat Schwierigkeiten, Dinge zu benennen und die passenden Wörter zu finden.
- Gemischte Aphasie – es treten sowohl Defizite beim Sprechen als auch beim Verstehen gemeinsam auf.
- Globale Aphasie – Sprachverständnis und Sprechen sind gleichzeitig aufgehoben oder sehr tiefgreifend gestört.
Sprachverlust nach einem Schlaganfall – Rehabilitation
Die Folgen einer Hirnschädigung erfordern eine umfassende Rehabilitation, die von einem interdisziplinären Team durchgeführt und an die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen angepasst wird. Eine gezielte Sprachrehabilitation nach einem Schlaganfall und die Arbeit des Logopäden spielen in diesem Prozess eine sehr wichtige Rolle, denn ihr Ziel ist nicht nur die Verbesserung des Sprechens, sondern auch die Wiederherstellung anderer verlorener, mit der Kommunikation verbundener Fähigkeiten.
Der Therapieplan hängt von der Aphasieform, dem Allgemeinzustand des Patienten, dem Vorliegen weiterer neurologischer Defizite und dem Behandlungsstadium ab. Zu Beginn konzentriert er sich meist auf die Wiederherstellung des grundlegenden Kontakts zur Umwelt und später auf die Entwicklung komplexerer sprachlicher und kognitiver Funktionen.
Motorische Aphasie
In der Therapie der motorischen Aphasie ist es besonders wichtig, den Betroffenen zu Kontaktversuchen zu ermutigen, spontane Äußerungen anzuregen, automatisierte Sprache hervorzurufen, Wörter zu wiederholen sowie schrittweise das Bilden einfacher Sätze zu üben. Konkrete logopädische Übungen nach einem Schlaganfall lassen sich auch zu Hause durchführen, denn es kommt auf Geduld, häufige Wiederholungen und das Wahrnehmen selbst kleiner Fortschritte an.
Sensorische Aphasie
Bei der sensorischen Aphasie konzentriert sich die Therapie vor allem auf die Verbesserung des Verständnisses: einfacher, durch Gesten unterstützter Anweisungen, des situativen Kontexts, einzelner Wörter, von Sätzen sowie von logisch-grammatischen Zusammenhängen. Ebenso wichtig ist es, den Redefluss zu bremsen und das aufmerksame Zuhören zu üben.
Spätere Phase der Therapie
In der späteren Phase ist die Rehabilitation auf eine größtmögliche Verbesserung der kognitiven und kommunikativen Funktionen ausgerichtet, damit der Patient so vollständig wie möglich am gesellschaftlichen und familiären und, wenn möglich, auch am beruflichen Leben teilnehmen kann. Fortschritte verteilen sich oft über einen längeren Zeitraum, doch eine regelmäßige Therapie bietet eine echte Chance auf eine bessere Lebensqualität.
Die Aphasie bleibt ein ernstes gesellschaftliches Problem, nicht nur wegen ihrer Häufigkeit, sondern auch, weil sie das Leben der gesamten Familie beeinflusst. Je früher ein Patient in fachkundige Betreuung kommt und eine gut geplante Therapie beginnt, desto größer ist die Chance auf eine Wiederherstellung der Kommunikation und mehr Selbstständigkeit.
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