Informationen29. Juni 2020· 4 Min. Lesezeit

Gedächtnisverlust nach einem Schlaganfall. Womit ist er verbunden und was kann helfen?

Neurologisches Rehabilitationszentrum NORMAN

Therapieergebnisse

Patienten sprechen über uns

Gedächtnisverlust nach einem Schlaganfall als eines der kognitiven Probleme nach einem neurologischen Ereignis.

Ein erstaunliches Phänomen ist das bei älteren Menschen häufig anzutreffende hervorragende Gedächtnis für Situationen, Orte und Ereignisse von vor vielen, vielen Jahren. Zugleich kann es verwundern, dass diese Menschen sich an Situationen, die gerade eben stattgefunden haben, nicht erinnern. Das ist gewissermaßen natürlich. Anders verhält es sich mit dem Gedächtnisverlust im Zusammenhang mit einem Schlaganfall.

Was bedeutet Gedächtnisverlust nach einem Schlaganfall?

Auf den Gedächtnisverlust nach einem Schlaganfall muss man mehrgleisig blicken. Es können verbale Probleme auftreten, etwa Schwierigkeiten, sich Wörter, Namen, Geschichten, Erzählungen oder einfache Informationen aus dem Alltag zu merken. Mit solchen Defiziten befasst sich die Therapie von Gedächtnisstörungen. Es treten auch Probleme mit der visuellen Wahrnehmung auf, wenn das Erkennen von Formen und Gesichtern sowie das Wiederfinden des Weges und vertrauter Orte zur Schwierigkeit wird.

Oft gehen damit Frustration und die Angst einher, sich an scheinbar bekannten Orten zu verirren. Wir können uns Informationen nur schwer merken und uns nicht an festgelegte Regeln halten, die uns neu und unverständlich erscheinen. Gleichzeitig treten Störungen beim Erlernen neuer Dinge auf.

Um sich zu helfen, lohnt es sich, feste Plätze für Dinge festzulegen, die unter unserer Kontrolle bleiben müssen, etwa Schlüssel, Kleidung oder Reinigungsmittel. Besonders belastend ist bei einem Schlaganfall das allgemeine Gefühl der Benommenheit, das durch den Verlust der Denkfähigkeit verursacht wird. Hilfreich können Notizen, Assoziationsbilder, die Worte eines Lieblingslieds oder Hinweise sein, die daran erinnern, wozu Haushaltsgeräte dienen und wie man sie im Fall von Verwirrung benutzt.

Das sind unterstützende Maßnahmen sowohl für den Menschen nach einem Schlaganfall als auch für die Betreuenden. Sie stellen den Betroffenen nicht bloß, sondern geben ein wenig Komfort im Alltag.

Einfachheit und Wiederholung – das Motto nach einem Schlaganfall für ein gut funktionierendes Gehirn.

Wenn wir schlechte Gewohnheiten in Bezug auf die Einnahme von Medikamenten, den Konsum von Genussmitteln sowie eine falsche Ernährung ablegen, haben wir die Chance auf eine Verbesserung des Gedächtnisses. Meist erfordert dies jedoch Zeit, Therapie und vor allem Regelmäßigkeit beim Training des Gedächtnisses. Hier ist die neuropsychologische Rehabilitation hilfreich, denn man muss sich auf ein langfristiges Zurückgewinnen der Fähigkeiten des Erinnerns und Erkennens durch eine ganzheitliche Rehabilitation einstellen.

Nach einem Schlaganfall ist es am wichtigsten, eine Behandlung und Therapie aufzunehmen, um weitere Ereignisse zu vermeiden. In manchen Fällen ist die Unterstützung durch Medikamente unverzichtbar, in anderen hat sie ergänzenden Charakter. Die Rehabilitation bleibt hingegen ein verpflichtender Bestandteil des Vorgehens, sobald der Allgemeinzustand des Patienten stabilisiert ist.

Das Erinnern lässt sich durch feste Gewohnheiten erleichtern, etwa das Nutzen eines immer gleichen Weges zum Lieblingsgeschäft, Mahlzeiten und Hobbys zu festen Zeiten oder feste Abläufe in der Küche oder bei der Körperpflege. Dabei können Notizen oder ein Kalender helfen, wobei auf eine ausreichende Größe der Buchstaben und Bilder zu achten ist, denn nach einem Schlaganfall können Seh- und Wahrnehmungsstörungen auftreten.

Es gibt viele Techniken, die die Arbeit des Gehirns anregen und die Konzentration sowie das Denken verbessern. Das Gehirn muss auf andere Bahnen umstellen und beginnen, die Funktionen der durch den Schlaganfall ausgefallenen Areale zu übernehmen. Das kann bei logopädischen und koordinativ-motorischen Übungen geschehen, bei Therapien mit Geräten, Computerprogrammen, Biofeedback und elektronischen Anwendungen, die neurologische Rehabilitationsprogramme miteinander verbinden.

Neben den regelmäßigen, individuell für jeden Patienten ausgewählten physiotherapeutischen Übungen ist es sehr wichtig, neue Möglichkeiten zu entdecken, auch im Bereich der Hobbys. Das hilft, Geist und Körper gleichzeitig einzubinden, und verbindet die Therapie mit Freude und Zufriedenheit.

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