Beeinflussen Begleiterkrankungen die Rehabilitation nach einem Schlaganfall?
Martyna Rydzewska
M.Sc.
Therapieergebnisse
Patienten sprechen über uns

Begleiterkrankungen haben einen sehr großen Einfluss auf den Verlauf der Rehabilitation, insbesondere nach einem durchgemachten Schlaganfall. Dies ergibt sich aus der Einschränkung des Arbeitsspielraums des Physiotherapeuten mit dem Patienten. Alles hängt jedoch von der Art der Begleiterkrankungen und ihrem Schweregrad ab.
Begleiterkrankungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: primäre, also solche, die bereits vor dem Schlaganfall bestanden und diagnostiziert waren, und sekundäre, die nach dem Schlaganfall als dessen Folge oder Konsequenz entstanden sind. Es lohnt sich auch zu wissen, wie lange die Rehabilitation nach einem Schlaganfall dauert, da Begleiterkrankungen diesen Prozess verlängern können.
Nicht immer sind die vor dem Schlaganfall bestehenden Erkrankungen medikamentös eingestellt und von einem Facharzt überwacht. Die Ursache kann mangelnde Disziplin des Patienten sein, die Nichteinhaltung der ärztlichen Empfehlungen oder fehlende Unterstützung und Aufsicht durch die Angehörigen.
Wie Begleiterkrankungen die Rehabilitation nach einem Schlaganfall erschweren
Zu den beispielhaften Erkrankungen, die die Rehabilitation erschweren, gehören Aneurysmen, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinsuffizienz, periphere Venenerkrankungen, tiefe Venenthrombose, Adipositas sowie Lungenerkrankungen.
Beim Auftreten solcher Erkrankungen können Probleme bei der Vertikalisierung oder bei der aktiven Arbeit mit dem Patienten entstehen. Der Patient kann durchaus eine gute Prognose für eine Therapie zur Verbesserung von Koordination, Gleichgewicht und Gehen haben, doch seine Belastbarkeit lässt möglicherweise bestimmte Therapieformen nicht zu oder verzögert die Fortschritte.
Während der Mobilisierung müssen die Reaktionen des Patienten aufmerksam beobachtet, der Puls häufig kontrolliert und der Blutdruck in regelmäßigen Abständen gemessen werden. Wenn der Patient sprachlich ansprechbar ist, sollte man regelmäßig nach seinem Befinden fragen. Wichtig sind auch Ruhepausen und Atemübungen, da eine falsche Atmung die Belastbarkeit verringert.
Eine eigene Gruppe bilden Endoprothesen des Hüft- oder Kniegelenks, Verletzungen und Mikroverletzungen der Gelenke sowie osteoporotische und degenerative Veränderungen. Das Vorhandensein einer Hüftgelenks-Endoprothese bedeutet, dass Regeln zum Schutz vor einer Luxation des Gelenks eingehalten werden müssen, etwa das Vermeiden niedriger Sitzflächen oder der Innenrotation des Hüftgelenks. Orthopädische Veränderungen können außerdem Übungen im Vierfüßlerstand unmöglich machen und das Erlernen des selbstständigen Aufstehens vom Boden erschweren.
Eine Schwierigkeit können auch Sehstörungen und Doppelbilder darstellen, da sie die Arbeit an Koordination, Gleichgewicht, Gehen und Treppensteigen erschweren. Das Ausmaß der Einschränkungen hängt von der Art der augenärztlichen Störung ab.
Bei einer Teilamputation einer Gliedmaße, einer vollständigen Amputation einer Gliedmaße oder mehreren Amputationen ist eine angemessene prothetische Versorgung wichtig. Je nach Fall kann man den Patienten auf die Prothesenversorgung vorbereiten, das muskuläre Korsett kräftigen, für den Wiederaufbau möglichst normaler Bewegungsmuster sorgen und die Rückkehr der Empfindung anregen.
Dies sind nur Beispiele und ein kleiner Teil dessen, worauf im Einzelfall geachtet werden muss. Sehr wichtig sind eine ausführliche Anamnese mit dem Patienten oder seiner Familie, die Einsichtnahme in die medizinischen Unterlagen und eine möglichst vollständige Übersicht über die vom Patienten durchgemachten Erkrankungen.
Man muss die Möglichkeiten des Patienten gut einschätzen und die weiteren Therapieformen vorsichtig einführen, zum Beispiel während eines Rehabilitationsaufenthalts nach einem Schlaganfall. Man sollte auch daran denken, dass manchmal weniger mehr ist.
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