Depression nach einem Schlaganfall – Stimmungsschwankungen und emotionale Störungen.
Aleksandra Mielnik
neuroterapia.eu
Therapieergebnisse
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Die Folgen eines Schlaganfalls betreffen verschiedene Lebensbereiche
Die Folgen eines Schlaganfalls betreffen verschiedene Bereiche des menschlichen Funktionierens: den motorischen, den kognitiven, aber auch den emotionalen und den sozialen. Emotionale Störungen nach einem Schlaganfall können einerseits aus der Schädigung von Hirnstrukturen resultieren, die für die Entstehung und den Ausdruck von Emotionen zuständig sind – ausführlicher beschreiben wir dies im Artikel darüber, wie ein Schlaganfall Emotionen und Stimmung beeinflusst. Andererseits können sie eine Reaktion auf den plötzlichen Verlust der Gesundheit und die Schwierigkeit sein, sich an die neue Situation anzupassen. Zu den häufigsten psychischen Veränderungen nach einem Schlaganfall zählen Depression, Angst, Apathie, Reizbarkeit, Impulsivität sowie ausgeprägte Stimmungsschwankungen.
Eine Depression nach einem Schlaganfall betrifft bis zu einem Drittel der Patienten. Ihr Vorliegen mindert den Erfolg der neurologischen Behandlung und wirkt sich ungünstig auf den Verlauf der Rehabilitation nach einem Schlaganfall aus, da sie den psychomotorischen Antrieb und die Motivation zur Anstrengung verringert. Eine Depression verschlechtert auch das psychosoziale Funktionieren und kann Ängste im Zusammenhang mit kognitiven Störungen verstärken. Die Symptome können unmittelbar nach dem Ereignis oder erst nach Wochen oder Monaten auftreten.
Eine weitere häufige Folge eines Schlaganfalls ist die Apathie. Sie tritt mit ähnlicher Häufigkeit auf wie die Depression und äußert sich in einer verminderten Aktivität, einem Rückgang des psychomotorischen Antriebs sowie einem Mangel an Motivation, tätig zu werden. Der Betroffene wirkt mitunter niedergeschlagen, passiv und den äußeren Ereignissen gegenüber gleichgültig. Häufig verliert er auch bisherige Interessen.
Stimmungsschwankungen nach einem Schlaganfall
Stimmungsschwankungen, auch als emotionale Labilität bezeichnet, bedeuten eine Schwierigkeit, die eigenen Emotionen zu kontrollieren, sowie einen leichten Wechsel von Niedergeschlagenheit zu Freude und mitunter sogar zu Euphorie. Der Ausdruck von Emotionen kann dabei der Situation unangemessen wirken. Schon ein minimaler Reiz kann einen Weinkrampf oder, seltener, einen Lachanfall auslösen. Der Betroffene ist sich oft bewusst, dass seine Reaktionen übertrieben sind, kann sie aber nicht beherrschen.
Solche Weinkrämpfe lassen sich leicht mit einer Depression verwechseln, obwohl sie manchmal in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit ihr stehen. Sie beruhen nämlich auf einer verminderten Fähigkeit des Nervensystems, den Ausdruck von Emotionen zu steuern, sodass das Weinen zu einem Reflex wird und nicht zu einer angemessenen Reaktion auf äußere Ereignisse.
Emotionale Störungen nach einem Schlaganfall können von Persönlichkeitsveränderungen begleitet sein. Infolge des Schlaganfalls kann der Betroffene impulsiver, ungeduldiger oder reizbarer werden oder im Gegenteil nachgiebiger und zurückgezogener. Am häufigsten beobachtet man eine Verstärkung und Betonung der bereits vorhandenen Wesenszüge.
Wie geht man mit emotionalen und persönlichkeitsbezogenen Veränderungen nach einem Schlaganfall um?
Die neuropsychologische Rehabilitation zielt als umfassende Maßnahme nicht nur darauf ab, verlorene kognitive Funktionen zu verbessern oder wiederherzustellen, sondern auch darauf, bei der Anpassung an das Leben nach dem Schlaganfall zu helfen. Wir erläutern ausführlicher, wie die neuropsychologische Rehabilitation einem Menschen nach einem Schlaganfall helfen kann. Aufgabe des Therapeuten ist es, die entstandenen Störungen im Kontext ihrer Ursachen zu beurteilen und dem Betroffenen zu helfen, Strategien zum Umgang mit Emotionen oder Persönlichkeitsveränderungen zu entwickeln. Eine gut geführte Therapie kann es dem Betroffenen ermöglichen, mehr Kontrolle über sein Leben zurückzugewinnen und sozial besser zu funktionieren.
Quellen
- Seniow, J., Poudarowe ogniskowe zespoły poznawcze w kontekście rehabilitacji.
- Harciarek, M., Jodzio, K. (2005). Charakterystyka wybranych zaburzeń emocjonalnych po udarze prawej półkuli mózgu. Roczniki psychologiczne 8/2005 (2), 55-71.
- Kot-Bryćko, K., Pietraszkiewicz, F. (2012). Psychologia w medycynie. Część 1 – deficyty poznawcze u osób po udarze mózgu. Medycyna Ogólna i Nauki o Zdrowiu, tom 18, nr 4, 340-343.
- Wichnowicz, H. (2008). Depresja poudarowa – zaburzenie biologiczne czy psychopochodne. Udar Mózgu, tom 10, nr 1, 40-48.
- Autorin: Aleksandra Mielnik
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