Die 10 häufigsten Fehler von neurologischen Physiotherapeuten.
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Der neurologische Physiotherapeut ist einer der unverzichtbaren Berufe in der Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Doch wie jede Berufsgruppe machen auch Physiotherapeuten verschiedene Fehler.
Ein Teil dieser Fehler wirkt sich nicht auf den Rehabilitationsprozess aus, ein anderer Teil erheblich. Ein Fehler des Therapeuten meint nicht eine Verlangsamung der Therapie, die sich aus natürlichen Unterschieden zwischen Patienten ergibt, sondern ein Handeln, das den gesamten Therapieprozess erschwert. Es lohnt sich, sie den Fehlern von Patienten und Angehörigen in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall gegenüberzustellen.
Die 10 häufigsten Fehler von neurologischen Physiotherapeuten
FEHLER 1: Kein Plan für den Patienten.
Der häufigste Fehler bei der langfristigen Betreuung eines Patienten ist das Fehlen eines festgelegten Ziels, einer Strategie zur Verbesserung der motorischen und sensorischen Funktionen sowie das Fehlen eines realistischen Ziels, das im jeweiligen Therapiezyklus erreicht werden soll.
FEHLER 2: Dem Patienten alle Informationen über seine Defizite auf einmal mitteilen.
Junge Therapeuten möchten dem Patienten oft die ganze Wahrheit über seinen Funktionszustand sagen, was ihn demotivieren kann. Besser ist es, die Informationen so zu dosieren, dass der Patient auf ein realistisches Ziel hinarbeitet und zugleich seine Defizite verbessert, ohne emotional überfordert zu werden.
FEHLER 3: Gute Ratschläge auf die falsche Weise vermittelt.
In der Arbeit mit dem Patienten und seiner Familie sollte man eine einfache Sprache verwenden. Statt medizinischem Fachjargon ist es besser, Anweisungen verständlich und so zu vermitteln, dass sie zu Hause und außerhalb des Therapieraums angewendet werden können.
FEHLER 4: Eine weitere Tätigkeit ohne motorische Vorbereitung angehen.
Man sollte nicht mit aller Gewalt beweisen wollen, dass der Patient rasch steht oder zu gehen beginnt, wenn er die vorangehenden Positionen noch nicht beherrscht. Die motorische Umschulung im Rahmen neurologischer Rehabilitationsprogramme muss schrittweise erfolgen: vom Liegen über den Halbsitz und das Sitzen bis hin zu höheren Funktionen.
FEHLER 5: Bewegungen ausführen, die der Patient im Alltag nicht nutzen wird.
Übungen sollten praktisch und zu Hause wiederholbar sein. Ist eine Aufgabe zu kompliziert oder erfordert sie spezielle Geräte, führt der Patient sie in der Regel nicht aus, was den Therapiefortschritt zum Stillstand bringt.
FEHLER 6: Fehlende Zusammenarbeit zwischen den Therapeuten.
Wenn ein Team oder ein zweiter Therapeut mit dem Patienten arbeitet, kann fehlendes gegenseitiges Zuhören und Analysieren zu einem Rückschritt führen. Zusammenarbeit hilft, unwirksame Therapieelemente zu erkennen und die Kontinuität der Therapie zu wahren.
FEHLER 7: Bei Patienten mit minimalem Bewusstsein nur passive Übungen im Liegen durchführen.
Auch wenn der Patient noch keinen deutlichen Kontakt zeigt, sollte die Therapie nicht auf passive Tätigkeiten beschränkt werden. Man muss ihn motivieren und von der Möglichkeit eines Fortschritts ausgehen, denn aktive Arbeit kann mit der Zeit Wirkung zeigen.
FEHLER 8: Fehlender ganzheitlicher Blick auf den Patienten.
Die Konzentration ausschließlich auf einen Körperabschnitt, zum Beispiel bei der Therapie der Paresen der Hand und der oberen Extremität, ohne die umliegenden Gewebe und Strukturen zu berücksichtigen, kann den Therapieprozess zum Stillstand bringen, anstatt die Funktion zu verbessern.
FEHLER 9: Missachtung des Patienten während der Therapie.
Der Blick aufs Telefon, größere Aufmerksamkeit für andere Personen als für den Patienten oder fehlende volle Aufmerksamkeit untergraben die Qualität der Therapie. Das Wichtigste während der Arbeit sollten die Gesundheit des Patienten und sein Erleben der Therapie sein.
FEHLER 10: Missachtung der Meinung des Patienten zu seinem funktionellen Zustand.
Der Patient möchte vielleicht aus eigenen Gründen oder wegen unverarbeiteter emotionaler Probleme keine Hilfe. Man muss ihn nicht nur als medizinischen Fall betrachten, sondern auch als Menschen mit eigenem seelischem und lebensweltlichem Kontext.
Das Grundprinzip, das hilft, große Fehler zu vermeiden, lautet: beobachten, zuhören und analysieren, um so wirksam wie möglich zu handeln – nicht nur als Physiotherapeut, sondern auch als Mensch.
Autorin: M.Sc. Karolina Łozińska.
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