Informationen6. September 2023· 4 Min. Lesezeit

Kann jeder Schlaganfall-Patient rehabilitiert werden?

Neurologisches Rehabilitationszentrum NORMAN

Therapieergebnisse

Patienten sprechen über uns

Ob eine Rehabilitation möglich ist, sowie ihre Art und Intensität, hängt vom Gesundheitszustand des Patienten und von der seit dem Schlaganfall vergangenen Zeit ab. Unmittelbar nach dem Schlaganfall-Ereignis, wenn sich der Patient auf der neurologischen Station befindet, entscheidet der Arzt darüber, ob eine Rehabilitation eingeleitet wird. In der Akutphase nach einem Schlaganfall besteht keine Möglichkeit, dass Angehörige in den Behandlungsprozess eingreifen. In diesem Stadium bleibt nur, dem behandelnden Arzt zu vertrauen, der seine Entscheidung auf Grundlage des aktuellen Gesundheitszustands trifft. In der Akutphase nach einem Schlaganfall besteht nämlich eine unmittelbare Lebensgefahr.

Nicht jeder Patient kann unmittelbar nach der Aufnahme ins Krankenhaus rehabilitiert werden. Das liegt am Zustand der unmittelbaren Lebensgefahr und an der Notwendigkeit, die Vitalfunktionen zu stabilisieren. In der Regel vergehen einige bis mehrere Tage bis zu den ersten Versuchen der Vertikalisierung des Patienten, mit denen die spätere Arbeit an Gang- und Gleichgewichtsstörungen beginnt. In manchen Fällen, wenn sich der Patient im Koma oder in eingeschränktem Kontakt befindet, kann sich diese Zeit verlängern.

In den meisten Fällen ist eine Rehabilitation bereits etwa ein bis zwei Wochen nach dem Schlaganfall möglich. Darüber entscheidet der behandelnde Arzt, der die Überweisung auf die Rehabilitationsstation ausstellt. Es kommt jedoch auch vor, dass ein Patient aus verschiedenen Gründen keine solche Überweisung erhält. Aus Berichten von Patienten und ihren Familien geht hervor, dass ein häufiger Grund für die Verweigerung einer Überweisung zur Rehabilitation die Einschätzung ist, der Patient kooperiere nicht oder habe keine gute Prognose. Leider werden in vielen Fällen Menschen mit großem Potenzial zur Wiedererlangung ihrer Funktionen bereits am Anfang ihres Rehabilitationswegs ausgeschlossen. Man muss bedenken, dass eine fehlende Überweisung zur kassenfinanzierten Rehabilitation oder Aussagen wie „hier kann man nichts mehr machen, suchen Sie eine Pflegeeinrichtung" die Chancen auf die Wiedererlangung zumindest einer teilweisen Funktionsfähigkeit nicht zunichtemachen.

Jeder Patient hat ein Rehabilitationspotenzial

Jeder Patient hat ein gewisses Rehabilitationspotenzial. Ein kleineres oder größeres, aber er hat es. Entscheidend ist, dieses Potenzial bestmöglich zu nutzen. Ob ein Patient eine gute Prognose hat und wie hoch die Chancen auf die Wiedererlangung seiner Funktionen sind, lässt sich erst nach Beginn der Rehabilitation nach einem Schlaganfall und der Überprüfung der Reaktion des Patienten auf das eingeleitete therapeutische Vorgehen einschätzen.

Nicht jedes therapeutische Vorgehen ist richtig und nicht jedes ist für den jeweiligen Patienten geeignet. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Orte, Zentren, Methoden und neurologische Rehabilitationsprogramme zu suchen, am besten solche, die auf das konkrete Krankheitsbild zugeschnitten und auf die Rehabilitation des Patienten im jeweiligen Krankheitsstadium abgestimmt sind. Nicht alle Einrichtungen sind auf die Aufnahme eines bettlägerigen Patienten mit Trachealkanüle und enteraler Ernährung vorbereitet, da es an Personal fehlt, das sich um einen solchen Patienten kümmern könnte. Eine andere Lösung ist der Aufenthalt des Patienten gemeinsam mit einer nahestehenden Person in der Rolle der Betreuungsperson. Eine solche Möglichkeit ist meist der privaten medizinischen Versorgung vorbehalten.

Die Entlassung aus dem Krankenhaus bedeutet, dass der Patient nicht mehr unter ständiger ärztlicher Aufsicht stehen muss. Meist sind regelmäßige Kontrolltermine beim behandelnden Arzt erforderlich. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, Rehabilitationsaufenthalte ohne ständige ärztliche Betreuung in Anspruch zu nehmen. Natürlich ist dies eine Herausforderung für die Familie des Patienten, besonders wenn der Patient katheterisiert ist, eine Trachealkanüle oder eine Sonde zur enteralen Ernährung hat.

Manchmal sind die Rehabilitationsergebnisse in einer relativ kurzen Zeit nach dem Schlaganfall spektakulär. Manchmal muss man deutlich länger auf sie hinarbeiten, und darüber, wie lange die Rehabilitation nach einem Schlaganfall dauert, entscheiden viele individuelle Faktoren. In sehr extremen Fällen sind sie minimal oder bleiben gänzlich aus. Es lohnt sich, den Rehabilitationsweg zu suchen, der für den konkreten Patienten geeignet ist. Das ist schwierig, emotional, zeitlich und finanziell fordernd, aber nicht unmöglich. Wir appellieren, mit allen möglichen Mitteln für eine auf Schlaganfall-Patienten zugeschnittene neurologische Rehabilitation zu kämpfen, die intensiv, aber an die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Patienten angepasst ist.

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