Informationen17. November 2018· 4 Min. Lesezeit

Die Handfunktion nach einem Schlaganfall

Joanna Łapińska

M.Sc. Physiotherapie

Therapieergebnisse

Patienten sprechen über uns

Die Hand eines Patienten nach einem Schlaganfall bei Übungen, die die Rückkehr der Handfunktion unterstützen.

Eine Parese oder Lähmung der oberen Extremität ist eines der häufigsten Probleme, das die Selbstständigkeit von Patienten nach einem Schlaganfall einschränkt.

Die Hand erfüllt sensorische, greifende, manipulative und schützende Funktionen und findet zudem beim Halten des Gleichgewichts Anwendung. Deshalb stellt sich sehr früh nach dem Schlaganfall die Frage, wie viel Zeit nötig ist, damit diese Funktionen zurückkehren und wann die Extremität beginnt, bei alltäglichen Tätigkeiten zu helfen – besonders dann, wenn eine Parese der oberen Extremität vorliegt.

Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig und lautet am ehrlichsten: Das kommt darauf an. Die Rückkehr der Handfunktion nach einem Schlaganfall ergibt sich aus vielen sich überlagernden Faktoren, die bei jedem Patienten individuell zu beurteilen sind.

Kein Schlaganfall gleicht dem anderen.

Umgangssprachlich gesagt hat jeder Schlaganfall seine eigene Charakteristik. Er unterscheidet sich in der Lokalisation der Schädigungsherde, die in der Computertomografie oder der Magnetresonanztomografie sichtbar sind, im Ausmaß der Nekrose des Nervengewebes und im Tempo, in dem medizinische Hilfe geleistet wurde.

Während eines Schlaganfalls kommt es infolge einer Blutung oder einer Minderdurchblutung eines bestimmten Hirnareals zum Absterben von Neuronen. Wurde die Entscheidung über eine thrombolytische Behandlung, einen neurochirurgischen Eingriff oder eine blutdrucksenkende Behandlung rasch getroffen, erhöht dies die Chancen des Patienten, die Funktionsfähigkeit dank der Zellen der Penumbra-Zone wiederzuerlangen, die nicht vollständig abgestorben sind.

Die Neuroplastizität des Gehirns.

Der Mensch verfügt über das Potenzial zur Reparatur und Reorganisation von Hirnstrukturen. Durch eine geeignete Stimulation im Rahmen gut geplanter neurologischer Rehabilitationsprogramme lässt sich dieses Phänomen möglichst effektiv modulieren, was sich unmittelbar auf die Rückkehr der Funktion der oberen Extremität auswirkt.

Die neurologische Rehabilitation.

Die Grundlage der Arbeit mit der oberen Extremität ist ihre Belastung unter korrekten Bedingungen sowie die Aktivierung der „schwächeren“ Hand mit dem Fortschritt der Therapie. Das erfordert präzise ausgewählte Übungen, eine Kontrolle der Bewegungsqualität und eine konsequente Arbeit an der Funktion der Hand sowie der Schulter.

Die Hand ist ein Werkzeug für sehr präzise Tätigkeiten und hat deshalb eine größere kortikale Repräsentation als die gesamte untere Extremität. In der Praxis bedeutet das, dass ein Patient nach einem Schlaganfall häufig schneller mit dem Wiedererlernen des Gehens nach einem Schlaganfall zurechtkommt als mit der Ausführung komplexer Tätigkeiten mit der Hand, wie dem Schreiben oder dem Zuknöpfen von Knöpfen.

Ein guter prognostischer Faktor für die Rückkehr der Handfunktion sind selektive Bewegungen in den Gelenken sowie das frühe Bewegen des Daumens. Zugleich sind Schulterschmerzen, die Spastik der Extremität sowie der Bedarf an einer orthopädischen Versorgung individuell zu beurteilen, zum Beispiel Stabilisatoren, die einer weiteren Subluxation des Schultergelenks vorbeugen.

In der Praxis steigen die Chancen auf die Wiedererlangung der Funktionsfähigkeit dann, wenn die Rehabilitation früh eingeleitet, regelmäßig durchgeführt und an die tatsächlichen Defizite des Patienten angepasst wird. Ebenso wichtig ist das tägliche Einbeziehen der Hand, denn eine vernachlässigte Extremität bessert sich schlechter, worüber wir im Text über die Problematik der vernachlässigten Hand nach einem Schlaganfall schreiben, ebenso die Kontinuität der Maßnahmen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sowie die bewusste Unterstützung durch die Familie bei alltäglichen Aktivitäten.

Literaturverzeichnis

  • Markus H, Pereira A, Cloud G. „Udary mózgu. Kompendium diagnostyki i postępowania”, tom II, Lublin 2018.
  • Opara J. „Neurorehabilitacja”, Katowice 2017.

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