Frühe Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Worauf sollten Sie als Patient und Familie achten?
Martyna Rydzewska
M.Sc.
Therapieergebnisse
Patienten sprechen über uns

Der Beginn der Rehabilitation ist nur möglich, wenn der Zustand des Patienten als stabil eingestuft wird. Damit meine ich das Fehlen einer unmittelbaren Lebensgefahr. Der Prozess der Förderung des Patienten selbst unterscheidet sich danach, ob ein ischämischer oder ein hämorrhagischer Schlaganfall aufgetreten ist. Es gibt zudem eine Reihe weiterer Faktoren, die einen unmittelbaren Einfluss auf das therapeutische Vorgehen haben.
Zu den Faktoren, die das therapeutische Vorgehen beeinflussen, gehören unter anderem das Ausmaß des Schlaganfalls, die Lokalisation der Schädigungsherde im Gehirn, psychopathologische Symptome, kognitive Störungen und Gedächtnisstörungen, der Neglect (das Syndrom der pathologischen Vernachlässigung), Aphasie und andere Sprachstörungen, Herzerkrankungen sowie die Leistungsfähigkeit des Patienten vor dem Schlaganfall.
Die Rehabilitation sollte so früh wie möglich eingeleitet werden!
Manch einem mag es scheinen, als bestünde Rehabilitation nur aus Übungen mit Geräten und dem Erlernen des Treppensteigens. Das ist jedoch nur ein Bruchteil dessen, was ein professioneller Physiotherapeut mit einem Patienten nach einem Schlaganfall durchführt. Oft fragen Patienten, wie ihr Angehöriger rehabilitiert werden soll, wenn er doch im Bett liegt, kaum atmet und weder den gelähmten Arm noch das gelähmte Bein bewegen kann.
Die Antwort lautet: Es gibt eine frühe Rehabilitation nach einem Schlaganfall, die auf die aktive Aufrichtung, die Gangschulung sowie Koordinations- und Gleichgewichtsübungen vorbereitet.
Die Aufgabe des Physiotherapeuten in den ersten Stunden nach einem Schlaganfall besteht darin, kinesiotherapeutische Methoden einzusetzen, um die Vorbeugung von pulmonalen und thrombotischen Komplikationen zu unterstützen. Der Patient wird einer Therapie unterzogen, die Atemstörungen und andere Komplikationen infolge der anfänglichen Immobilisierung verhindern soll, wie Dekubitus, tiefe Venenthrombose, Lymphödeme sowie Gelenkkontrakturen.
Der Therapeut sollte zudem für den Wiederaufbau der Oberflächensensibilität sorgen und dabei sensomotorische Übungen, Massagen und verschiedenartige Sinnesreize, darunter thermische, anwenden. All dies hängt individuell von den Bedürfnissen des Patienten und den zuvor genannten Faktoren ab.
Hinweise zur Lagerung des Patienten im Bett

Rückenlage
Die obere Extremität sollte im Schultergelenk in Abduktion und im Ellenbogengelenk in einem Winkel von 90–120 Grad gebeugt sein, das Handgelenk in etwa 15 Grad Dorsalflexion, in der Hand eine weiche Rolle, der Daumen gestreckt und abgespreizt. Die untere Extremität sollte in leichter Abduktion und geringer Innenrotation liegen, mit leicht gebeugtem Kniegelenk und dem Fuß in Dorsalflexion.
Zum Halten einer solchen Stellung sind Rollen, Decken, Kissen und Handtücher hilfreich. Diese Hinweise bewähren sich bei einem Patienten mit schlaffer Lähmung; bei erhöhter Muskelspannung hingegen ist eine spannungsnormalisierende Therapie erforderlich, zum Beispiel durch eine Querfriktion (Querdehnung) des Weichteilgewebes.
Der Patient sollte im Bett auf die Seiten gelagert werden, auch auf die unmittelbar von der Lähmung betroffene Seite. Die Rückkehr der Oberflächen- und Tiefensensibilität kann mit anhaltenden Schmerzen nach dem Schlaganfall verbunden sein, die als Kribbeln, Zwicken, Brennen, Reißen oder durchziehende Ströme beschrieben werden. Das ist oft ein gutes Zeichen, das auf die Rückkehr der Sensibilität hindeutet. Bei korrekt fortgeführter weiterer neurologischer Rehabilitation vergehen die Beschwerden mit der Zeit, und die Funktion der gelähmten Seite kann allmählich zurückkehren.
Das Ziel der Lagerungspositionen des Patienten besteht darin, eine dem Normalzustand angenäherte Verteilung der Muskelspannung zu stimulieren, die übermäßige Dehnung bestimmter Muskelgruppen zu verhindern sowie der Entstehung von Kontrakturen in anderen Muskelgruppen vorzubeugen.
Die korrekte Lagerung des Patienten sollte rund um die Uhr erfolgen. Das ist außerordentlich wichtig und beugt einer pathologischen Körperhaltung in späteren Rehabilitationsphasen vor.
Die Kinesiotherapie soll nicht nur das Muskel- und Kreislaufsystem anregen, sondern auch das Nervensystem. Letzteres ist sehr plastisch, weshalb neue Ersatzverbindungen zwischen den Nerven entstehen, wenn ein Teil der Zellen seine Funktion nicht mehr erfüllen kann. Der Physiotherapeut ist bestrebt, möglichst viele davon und möglichst nah an den physiologischen zu bilden.
All dies führt zur anfänglichen, teilweisen Aufrichtung, also zum Erreichen der sitzenden Position mit herabhängenden Beinen. Diese Vorbereitungen beruhen auf der Stimulation des Haltungsreflexes, der Kontrolle über die eigene Körperachse und der Bewegungen um diese Achse. Deshalb muss rasch und korrekt gehandelt werden, um die Entstehung neuer pathologischer Reflexe zu verhindern.
Eine umfassende Rehabilitation ist der Schlüssel, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Man muss jedoch bedenken, dass individuell abgestimmte neurologische Rehabilitationsprogramme ein mühsamer Prozess sind und selbst die besten Methoden nicht immer schnelle, spektakuläre Ergebnisse bringen. Entscheidend sind die Therapieplanung und das aktive Engagement der Angehörigen des Patienten.
Wichtig ist, die Bedürfnisse des Patienten zu verstehen und in der Therapie zu helfen, statt zu schaden. Schaden kann man zum Beispiel, indem man kein Verständnis für einen Patienten zeigt, der die Beratung eines Psychologen benötigt. Der Patient kann ein vermindertes Selbstwertgefühl oder eine Depression haben. Man sollte ihm die Selbstversorgung beibringen, ihn zur Selbstständigkeit ermutigen und ihm alltägliche Verrichtungen nicht abnehmen, denn auch das ist für den Patienten Therapie.
Den Fortschritt in diesem Bereich beeinflussen das Engagement der Angehörigen, die Bereitschaft zur Wissensvermittlung und zum Verständnis der Bedürfnisse des Patienten, der Zustand des Patienten vor dem Schlaganfall, die Lernfähigkeit, die Anpassungsfähigkeit, die Belastbarkeit sowie die soziale und häusliche Situation.
Quellen
- Kwolek A. Fizjoterapia w neurologii i neurochirurgii, Wydawnictwo Lekarskie PZWL, Warszawa 2012.
- Kwolek A. Rehabilitacja medyczna. Urban&Partner, Wrocław 2003.
- Adamczyk K. Pielęgnowanie chorych po udarach mózgu, Czelej Sp. z o.o., Lublin 2003.
- Kossut M. Wstęp do neuroplastyczności. Neurol. Neurochir. Pol. 2002.
- Malczewski D. Wczesna rehabilitacja i profilaktyka powikłań po udarze mózgu. Terapia 2005.
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