Schlaganfall – und wie weiter? – LEITFADEN – Vorbeugung von Kontrakturen und Dekubitus – Teil 2
Paweł Powęzka
Therapieergebnisse
Patienten sprechen über uns

Ein außerordentlich wichtiger Aspekt des therapeutisch-pflegerischen Vorgehens nach einem Schlaganfall ist die Vorbeugung von Dekubitus sowie überschießenden, unerwünschten Reflexen durch geeignete Lagerungspositionen des Patienten. Dies ist besonders bei Patienten von Bedeutung, die über einen längeren Zeitraum bettlägerig oder bewusstlos sind. Es lohnt sich, die Lagerungspositionen und ihre Anwendung kennenzulernen.
Lagerungspositionen werden angewendet, um örtliche Gewebsnekrosen infolge einer eingeschränkten Durchblutung zu begrenzen. Sie sind ein Element, das im Leitfaden zur Akutphase unmittelbar nach dem Schlaganfall ausführlich beschrieben ist. Ihre richtige Auswahl und die Häufigkeit des Wechsels sorgen für die Entlastung jener Punkte, an denen die Grenze zwischen Knochen und Haut am dünnsten ist. Das liegt daran, dass der Druck am häufigsten zwischen den Knochenvorsprüngen und der Fläche entsteht, mit der der Patient in Kontakt ist.
Weitere Vorteile der richtigen Lagerung des Patienten sind die Bahnung einer korrekten Körperwahrnehmung, also der Bestimmung der eigenen Position im Raum, die infolge des Schlaganfalls erheblich gestört sein kann. Die passende Wahl von Kissen und Keilen vermittelt dem Patienten ein Gefühl der sicheren Körperlage im Raum und gewährleistet eine optimale sensorische Stimulation. Der Lagewechsel sollte durchschnittlich alle 2 bis 4 Stunden erfolgen.
Die Lagerungspositionen werden so gewählt, dass sie eine angemessene Muskelspannung unterstützen. Das ist wichtig, denn eine übermäßige Stimulation einer bestimmten Muskelgruppe durch die Körperlage kann eine überschießende Muskelspannung hervorrufen, die eine Reflexreaktion auf Dehnung, Druck oder einen anderen Reiz darstellt.
Bei Schlaganfällen unterscheiden wir drei wesentliche Lagerungspositionen:
- auf der unmittelbar gelähmten Seite,
- auf der mittelbar gelähmten Seite,
- auf dem Rücken.
Jede dieser Positionen kann in gewissem Maße abgewandelt werden, um sie an den Patienten, das Umfeld sowie die vorhandenen Keile, Kissen oder Decken anzupassen. Die vorgenommenen Anpassungen sollten jedoch die grundlegenden Prinzipien der Lagerungspositionen nicht außer Kraft setzen.
Lagerung auf der unmittelbar gelähmten Seite

Die Fläche, auf der der Schlaganfallpatient gelagert wird – meist eine Antidekubitusmatratze – sollte die Wirbelsäule in gerader Linie halten, ähnlich wie eine gesunde Schlafposition auf einer geeigneten Matratze. Der Kopf ruht auf einem Kissen, das das Einhalten dieser Linie ermöglicht.
Um dem Patienten nach dem Schlaganfall ein Gefühl der sicheren Körperlage im Raum sowie eine Stimulation der Tastrezeptoren zu vermitteln, sollten sich unter den Oberschenkeln und hinter dem Rücken Formteile oder anderes stabiles Material befinden.
Beide unteren Extremitäten sollten im Knie- und Hüftgelenk in einem Winkel von 90 Grad gebeugt sein. Zwischen ihnen empfiehlt es sich, ein weiches Material anzubringen, das den gegenseitigen Druck der Knochenpunkte mildert, ebenso im Bereich der Sprunggelenke.
Die unmittelbar gelähmte obere Extremität sollte im Schultergelenk in einem Winkel von 90 Grad gebeugt und rotiert sein. Die richtige Lagerung ist von großer Bedeutung für die Vorbeugung einer Parese der Hand und des Arms. Der Ellenbogen bleibt leicht gebeugt und der Unterarm wird auf einem Kissen gelagert. In die Hand kann eine zusammengerollte Bandage gelegt werden, sofern dies keinen überschießenden Greifreflex auslöst.
Möglich ist auch eine Variante mit gestreckter unmittelbar gelähmter unterer und oberer Extremität, sofern dies keine unerwünschten Reaktionen hervorruft.
Lagerung auf der mittelbar gelähmten Seite

Wie bei der vorherigen Position sollte die Fläche die Wirbelsäule in gerader Linie halten, und der Kopf sollte auf einem Kissen ruhen, das das Einhalten dieser Linie ermöglicht.
Die unmittelbar gelähmte obere Extremität wird auf geeigneten Kissen oder Formteilen gelagert, parallel zur Fläche, auf der der Schlaganfallpatient liegt, und im Schultergelenk in einem Winkel von etwa 90 Grad gebeugt.
Die untere Extremität sollte so hoch auf einem Kissen liegen, dass sie nicht in einer übermäßigen Adduktion verbleibt. Sie sollte im Hüft- und Kniegelenk leicht gebeugt sein.
Auch bei dieser Lagerung sollte sich hinter dem Rücken ein Formteil oder ein stabiles Kissen befinden, um eine sichere Körperlage im Raum sowie eine Stimulation der Tastrezeptoren zu gewährleisten.
Lagerung auf dem Rücken

Bei der Lagerung des Patienten nach einem Schlaganfall auf dem Rücken ist auf seine Reaktionen zu achten, da er von beiden Körperseiten unterschiedliche sensorische Informationen erhalten kann, was zu unerwünschten Reaktionen führen kann. Es ist zu beobachten, ob in dieser Lagerung übermäßige Spannungen und psychomotorische Unruhe auftreten.
In der ersten Variante werden Rumpf und Kopf hoch auf Kissen gelagert, und Kissen sowie Formteile sollen eine leichte Beugung in den Hüft- und Kniegelenken bewirken.

Die zweite Variante der Rückenlagerung ist eine Position, in der die gelähmte Extremität in leichter Abduktion auf einem Kissen gelagert wird und sich unter den Unterschenkeln ein Kissen befindet, das eine leichte Beugung in den Knie- und Hüftgelenken ermöglicht.
Zusammenfassend spielen Lagerungspositionen eine wichtige Rolle im frühen rehabilitativ-pflegerischen Vorgehen und sind ein Bestandteil der Rehabilitation nach Schlaganfall und der neurologischen Rehabilitationsprogramme. Ihre Aufgabe besteht darin, unerwünschte Reflexreaktionen zu begrenzen und Dekubitus vorzubeugen. Treten Schmerzreaktionen, deutliche Versuche, die Position zu vermeiden, oder sehr stark erhöhte Spannungen auf, sollte der Patient nicht gezwungen werden, diese Positionen einzunehmen. Stets sind alle möglichen Kontraindikationen gegen eine bestimmte Position zu berücksichtigen.
Literatur
- Benedikt Bömer, „PNF w Neurologii”, Kraków 2013.
- Anna Kiss Feherne, „NDT Bobath dla dorosłych”, Warszawa 2011.
- „Usprawnianie po udarze mózgu”, Elipsa-Jaim s.c., Kraków 2004.
- „Metoda NDT-Bobath w neurorehabilitacji osób dorosłych”, PZWL, Warszawa 2012.
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