Schlaganfall – und wie weiter? – LEITFADEN – die Akutphase, unmittelbar nach dem Schlaganfall – Teil 1
Neurologisches Rehabilitationszentrum NORMAN
Therapieergebnisse
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Ein Schlaganfall ist bisweilen eine plötzliche und große Tragödie, deren Folgen das Leben nicht nur des unmittelbar Betroffenen, sondern auch seiner gesamten engsten Familie vollständig verändern können.
Ein schwerer Schlaganfall, der von zahlreichen ausgedehnten Defiziten geprägt ist, kann die Angehörigen des Patienten in eine große Ratlosigkeit darüber stürzen, wie die betroffene Person zu betreuen ist. Die verfügbaren Informationen sind oft widersprüchlich und schwer zugänglich. Es kommt auch vor, dass verschiedene Fachleute unterschiedliche Auffassungen zum rehabilitativen Vorgehen haben. Deshalb ist das Bewusstsein dafür so wichtig, welche fördernden Maßnahmen in der jeweiligen Rehabilitationsphase möglich und notwendig sind.
Wobei hilft dieser Leitfaden?
Dieser Leitfaden soll Familien und Pflegepersonen von Patienten nach einem Schlaganfall auf möglichst einfache und verständliche Weise raten, was im Rahmen der Rehabilitation nach Schlaganfall möglich ist. Er soll zudem die Entscheidungsfindung bei der Planung des therapeutischen Vorgehens erleichtern, wenn nur spärliche Informationen verfügbar sind. Der Text des Leitfadens hat lediglich informativen Charakter und ersetzt nicht die Arbeit von Fachleuten.
Die wesentlichen Phasen im Vorgehen nach einem Schlaganfall
Die Akutphase
Den Zustand, in dem sich der Patient unmittelbar nach dem Auftreten eines Schlaganfalls befindet, nennen wir die Akutphase. Das Ausmaß der neurologischen Defizite sowie des Allgemeinzustands des Betroffenen ist oft sehr unterschiedlich. Ein Patient nach einem Schlaganfall kann in der Akutphase mit geringfügigen Problemen zu kämpfen haben oder sich sogar in einem Koma befinden, das eine Unterstützung der Atemfunktion sowie eine intensive Pflege erfordert. Er kann sich auch in einem Zustand befinden, in dem er seine Situation nicht einschätzen kann, desorientiert und verängstigt ist oder nicht in der Lage ist, Kontakt zu seiner Umgebung aufzunehmen.
Mit der Therapie kann bereits in dieser Phase begonnen werden. Sie besteht darin, die Plastizität des zentralen Nervensystems so weit wie möglich in die richtige Richtung zu stimulieren und die Entwicklung von Pathologien auf ein Minimum zu begrenzen. Eine gute, professionelle interdisziplinäre Zusammenarbeit während dieser Phase ist ein entscheidender Faktor für den reibungslosen Verlauf des gesamten Rehabilitationsprozesses. Wann mit der Rehabilitation nach dem Schlaganfall zu beginnen ist und wie, ist von enormer Bedeutung, denn ein Patient, der schneller einen stabilen, ungefährdeten Gesundheitszustand erreicht, kann früher eine intensivere fördernde Anstrengung aufnehmen.
Ziele des therapeutischen Vorgehens in der Akutphase
Das Hauptziel des fördernden Vorgehens in der Akutphase ist – je nach Bedarf und Zustand der Person nach dem Schlaganfall – die Bahnung der Vitalfunktionen, zu denen vor allem zählen:
- Atemstimulation und/oder Atemübungen, die eine wichtige Rolle in der Vorbeugung einer Lungenentzündung spielen, zusammen mit der Arbeit an Ein- und Ausatmung sowie Rhythmus,
- Stimulation des Hustens,
- Stimulation des Schluckens.
Die Bahnung dieser Vitalfunktionen ist ein Bestandteil der orofazialen Therapie, auf die vor allem Neurologopäden und Physiotherapeuten spezialisiert sind; Probleme mit dem Schlucken und der Artikulation umfasst die Sprachrehabilitation nach Schlaganfall. Im Rahmen dieser Art von Therapie werden zudem durchgeführt:
- Stimulation einer korrekten Mimik des Gesichts,
- des Kauens,
- des Schluckens,
- Integration der orofazialen Reflexe.
Demnächst im nächsten Teil des Leitfadens
- Vorbeugung von Dekubitus
- Vorbeugung von Muskelkontrakturen und der Einschränkung des Bewegungsumfangs in den Gelenken
Literatur
- Benedikt Bömer, "PNF w Neurologii", Kraków 2013.
- Anna Kiss Feherne, "NDT Bobath dla dorosłych", Warszawa 2011.
- "Usprawnianie po udarze mózgu", Elipsa-Jaim s.c., Kraków 2004.
- "Metoda NDT-Bobath w neurorehabilitacji osób dorosłych", PZWL, Warszawa 2012.
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