Pflege eines behinderten Menschen und die Gesundheit der Pflegeperson
Neurologisches Rehabilitationszentrum NORMAN
Therapieergebnisse
Patienten sprechen über uns
Jeder Mensch braucht Bewegung, vom Beginn unseres Lebens bis zum letzten Tag. Wir alle möchten bis zu unseren letzten Augenblicken gut funktionieren. Bewegung ist das beste Heilmittel gegen die meisten Beschwerden und das Rezept für ein gesundes und glückliches Altern mit erhaltener optimaler Leistungsfähigkeit von Körper und Geist.
Ein gesundes Leben ohne Bewegung ist nicht möglich. Man sollte bedenken, dass körperliche Aktivität ein unverzichtbarer Faktor auf dem Weg zu optimaler Verfassung ist – ganz gleich, ob wir uns gesund fühlen oder von einer Krankheit betroffen sind. In meiner Arbeit begegnet mir sehr häufig die Situation, dass ein Mensch erkrankt, zum Beispiel zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall kommt, und sein Partner sich ausschließlich um den Kranken kümmert und dabei die eigene Gesundheit und die Bedürfnisse des eigenen Körpers völlig vergisst.
Ich verstehe, dass es bei einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung schwer ist, noch Zeit und Motivation für das eigene Training zu finden. Besonders belastend kann dies während eines neurologischen Rehabilitationsaufenthalts sein, wenn die Pflegeperson den Angehörigen in jeder Phase begleitet. Es geht jedoch um etwas Wichtigeres, es ist eine Art Investition. Der Moment, den wir dem Training widmen, verbessert unsere Leistungsfähigkeit, lässt die Psyche einen Augenblick durchatmen und steigert unsere Lebensqualität. Eine bessere Lebensqualität für uns bedeutet schließlich auch eine bessere Lebensqualität für den geliebten Menschen, den wir pflegen. Sorgen wir für unsere Gesundheit so, wie wir für unsere Angehörigen sorgen.
Die Betätigung, die ich heute vorschlage, muss weder zeitaufwendig sein noch uns bis zur Erschöpfung fordern. Das Nordic Walking kommt uns hier entgegen. Es ist eine Freizeitform, die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in Finnland entwickelt wurde. Es handelt sich um eine spezielle Gehtechnik mit besonderen Stöcken. Ursprünglich diente sie Langläufern, damit das Training das ganze Jahr über stattfinden konnte. Sie eignet sich jedoch hervorragend für das Gesundheitstraining von Menschen jeden Alters.
Warum ich Nordic Walking empfehle
- Alter, bisheriges Aktivitätsniveau und Körpergewicht spielen hier keine Rolle.
- Die Intensität lässt sich an die Möglichkeiten des Übenden anpassen.
- Die einzige benötigte Ausrüstung sind Stöcke, Schuhe und wetterangepasste Kleidung.
- Der Ort ist völlig frei wählbar: Meer, Berge, Wald, Park und jede Spazierstrecke.
- Die Aktivität wird im aeroben Bereich unter Einbeziehung der meisten Muskelgruppen ausgeführt und steigert dadurch den gesamten Energieverbrauch.
- Sie verringert die Belastung der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke beim Gehen.
Durch die aerobe Arbeit des Organismus wirkt sich Nordic Walking günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus, senkt den Blutdruck und verringert den Ruhe- und Belastungspuls. Es steigert außerdem die Sauerstoffaufnahme in den Geweben. Untersuchungen haben belegt, dass die Beanspruchung der Muskeln während des Trainings ähnlich hoch ist wie beim Triathlon und deutlich größer als beim beliebten Jogging.
Die starke Beteiligung der Muskeln des oberen Rumpfes und der große Bewegungsumfang beim Gehen verbessern die Beweglichkeit des oberen Wirbelsäulenabschnitts und lösen Verspannungen im Rücken und in den Schultern. Die Arbeit mit den Stöcken beansprucht auch Gleichgewicht und Koordination, deren Training auch bei Gang- und Gleichgewichtsstörungen wichtig ist. Durch die geringere Gelenkbelastung wird diese Aktivität auch Menschen mit Übergewicht und Adipositas empfohlen.
Nordic Walking ist eigentlich ein Vergnügen. Wir bestimmen selbst Strecke, Tempo, Tageszeit und Trainingspartner. Das Training sollte im aeroben Bereich stattfinden, das heißt, der Puls sollte 140 Schläge pro Minute nicht überschreiten. Es sollte ein lockerer Marsch sein, bei dem man sich ungezwungen mit der Person neben sich unterhalten kann. Mit zunehmendem Training lässt sich das Gehtempo steigern und man kann sich über die Fortschritte freuen.
Die Dauer beträgt mindestens 30 Minuten. Optimal sind 40 bis 60 Minuten. Ideal wären 5- bis 6-mal pro Woche, doch irgendeine Aktivität ist besser als gar keine. Zur Wahl der Ausrüstung geht man am besten in ein Sportgeschäft, das eine Kollektion von Nordic-Walking-Stöcken führt, und nimmt fachkundige Beratung in Anspruch.
Gehtechnik
- Haltung: Beim Gehen sollte der Rücken gerade sein, der Bauch eingezogen und die Ellbogen entspannt und weitgehend gestreckt, aber nicht steif. Bei schnellerem Marsch darf man den Körper etwas nach vorne neigen.
- Die Schritte setzen wir von der Ferse über den Mittelfuß an und stoßen uns mit den Zehen ab. Sie sollten etwas länger sein als gewöhnlich.
- Arme und Beine arbeiten wechselseitig: linkes Bein, rechter Arm und umgekehrt. Die Arme bewegen wir natürlich bis auf Nabelhöhe.
Wie fängt man an?
- Gehen Sie ein Stück ohne Stöcke, beschleunigen und verlangsamen Sie den Schritt. Lassen Sie dem Körper seine natürliche Bewegung und beobachten Sie die Arbeit der Arme.
- Fassen Sie die Stöcke in der Mitte und ergänzen Sie den Marsch um die wechselseitige Armbewegung. Die Arme sollten entspannt sein, und die Bewegung soll aus dem Schultergelenk kommen, nicht aus dem Ellbogen.
- Legen Sie die Stöcke in die Hände und marschieren Sie, ohne sie fest zu umgreifen, und achten Sie darauf, dass Beine und Arme wechselseitig arbeiten.
- Wiederholen Sie den Marsch, indem Sie die Stöcke halten und darauf achten, dass sie sich natürlich in den Boden setzen. Winkeln Sie die Ellbogen nicht an. Schließen Sie die Hand, wenn der Stock vorne ist, und öffnen Sie sie dann, sodass der Stock hinten bleibt.
- Fügen Sie zum Schluss das Abstoßen mit dem Stock und eine leichte Rotation der Schultern hinzu.
Zusammenfassend: Körperliche Aktivität ist für jeden und in jedem Alter notwendig, unabhängig von Geschlecht oder Gewicht. Nordic Walking muss kein langweiliges, ermüdendes Training sein. Es ist ein interessanter Vorschlag, um Zeit an der frischen Luft zu verbringen und sich mit einem wohltuenden Einfluss auf den Organismus zu entspannen. Pflegepersonen sei außerdem der Beitrag über Fehler von Patienten und Angehörigen im Prozess der Rehabilitation nach einem Schlaganfall empfohlen. Sorgen wir für uns selbst so, wie wir für unsere Angehörigen sorgen.
M.Sc. Rafał Ulatowski
Physiotherapeut. Kontakt: kontakt@normanrehabilitacja.pl.
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