FallstudieMann, 62 Jahre· 7 Min. Lesezeit

Ischämischer Schlaganfall des Gehirns mit linksseitiger Hemiparese – eine Fallstudie

Hand und obere ExtremitätGangproblemeSprachprobleme

Eigene Ausarbeitung des Neurologischen Rehabilitationszentrums NORMAN.

Diese Fallstudie stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt weder die Konsultation eines Spezialisten noch eine individuelle Diagnose. Bei Fragen zu Ihrem eigenen Gesundheitszustand wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Physiotherapeuten.

Therapieergebnisse

Patienten sprechen über uns

Patientendaten

Geschlecht

Mann

Alter

62 Jahre

Hauptdiagnose

  • ischämischer Schlaganfall des Gehirns im Bereich der rechten Corona radiata
  • linksseitige Hemiparese
  • Zustand nach thrombolytischer Behandlung eines ischämischen Schlaganfalls des Gehirns

Begleitdiagnosen

  • Hypercholesterinämie
  • persistierendes Foramen ovale ohne nachgewiesenen Shunt
  • arterielle Hypertonie in Beobachtung
  • schlaffe Hemiplegie
  • leichte hypokinetische Dysarthrie in der Rückbildungsphase
  • diastolische Dysfunktion des linken Ventrikels Grad I
  • nächtliche unwillkürliche Zuckungen der linken Extremitäten mit einem Gefühl von Spannung und Schmerz

Funktioneller Zustand

In diesem Fall wird ein plötzliches Auftreten von Störungen der Oberflächensensibilität im Bereich der linken Wange und der linken Hand beschrieben. Anschließend kam es zu einer Zunahme der Symptome, mit einer Hypästhesie der gesamten linken Körperhälfte sowie einer geringgradigen Abschwächung der linken Extremitäten.

In der neurologischen Untersuchung wurde ein vollständig logischer Kontakt festgestellt. Anfangs fielen ein weniger beweglicher linker Mundwinkel, eine Hypästhesie der linken Gesichtshälfte sowie eine tiefere Stellung der linken Extremitäten in den Haltungsversuchen auf. Die Tiefenreflexe und der Muskeltonus waren auf der linken Seite abgeschwächt. Die Koordinationsversuche waren der Parese entsprechend, ohne meningeale Zeichen und ohne pathologische Zeichen.

In den folgenden Tagen wird eine Vertiefung der Parese beschrieben. Festgestellt wurden eine zentrale Fazialisparese links mittleren Grades, eine Muskelkraft der linken oberen Extremität auf dem Niveau 1/5 nach der Lovett-Skala sowie der linken unteren Extremität auf dem Niveau 3+/5. Es bestand ein positives Babinski-Zeichen auf der linken Seite. Sensibilitätsstörungen wurden in dieser Phase nicht beschrieben.

Im späteren funktionellen Zustand blieb der Patient in logischem Kontakt. Die linke obere Extremität war schlaff, mit einer Muskelkraft von 0 nach der MRC-Skala und ohne Greiffunktion, was eine Indikation für eine Handrehabilitation nach einem Schlaganfall darstellte. Das reale Tempo der Rückkehr solcher Funktionen beschreibt der Artikel darüber, wann die Funktionsfähigkeit der Hand nach einem Schlaganfall zurückkehrt. Die Oberflächen- und Tiefensensibilität war normal. In der linken unteren Extremität wurde die Muskelkraft mit 4 nach der MRC-Skala bewertet, bei normaler Oberflächen- und Tiefensensibilität. Der Patient war beim Essen selbstständig, bewegte sich selbstständig im Rollstuhl fort und setzte sich selbstständig vom Rollstuhl auf einen Stuhl um.

Im Bereich der Kommunikation werden ein normales Verständnis einfacher und komplexer Aufforderungen, ein korrektes Nachsprechen von Sätzen, flüssiges Lesen sowie eine Handschrift ohne Verzerrungen beschrieben. Die Sprache war leicht verlangsamt, mit gelegentlichem Stocken bei schwierigen Konsonantenhäufungen. In logischer, lexikalischer und grammatikalischer Hinsicht war sie korrekt. Festgestellt wurden eine leichte Heiserkeit sowie eine Asymmetrie von Zunge und Mund zuungunsten der linken Seite. Der Patient klagte nicht über Schwierigkeiten vom Typ einer Dysphagie. In einer späteren Beurteilung war das Sprachverständnis vollständig, die aktive Sprache ungestört, die Phonation ungestört und das Schlucken effektiv.

In der psychologischen Beurteilung wurden eine vollständige autopsychische und allopsychische Orientierung, ein geordneter Denkablauf, eine ungestörte Denkstruktur, eine ausgeglichene Grundstimmung sowie ein den geäußerten Inhalten angepasster Affekt beschrieben. Es wurden keine wesentlichen Auffälligkeiten im Bereich des Gedächtnisses, der Exekutivfunktionen, der visuell-räumlichen Funktionen oder der sprachlichen Funktionen festgestellt.

Relevante medizinische Ereignisse

In der Magnetresonanztomografie des Kopfes wurde eine subakute ischämische Läsion in der rechten Corona radiata beschrieben, die dem im Artikel darüber, was ein ischämischer Schlaganfall ist, beschriebenen Mechanismus entspricht. In der Computertomografie des Kopfes wurden keine Zeichen einer intrakraniellen Blutung festgestellt. In den angiotomografischen Untersuchungen zeigten die hirnversorgenden Arterien keine Zeichen von Stenosen; auch eindeutige Zeichen von Emboliematerial, einer aneurysmatischen Erweiterung oder einer Gefäßmalformation wurden nicht dargestellt.

In diesem Fall wurde zudem ein EEG durchgeführt, dessen Ableitung als normal beschrieben wurde. Das EKG-Holter zeigte kein Vorhofflimmern oder -flattern, keine ventrikulären Rhythmusstörungen und keine relevanten Pausen. Festgestellt wurde eine vereinzelte atriale Extrasystolie. In den echokardiografischen Untersuchungen wurden eine normale Auswurffraktion des linken Ventrikels, eine geringe Septumhypertrophie, Relaxationsstörungen, leichte Insuffizienzen der atrioventrikulären Klappen sowie Zeichen eines persistierenden Foramen ovale ohne nachgewiesenen Shunt beschrieben.

Festgestellt wurden zudem Episoden vereinzelter unwillkürlicher Zuckungen der linken Extremitäten, die nachts auftraten, begleitet von einem Gefühl von Spannung und Schmerz in den Extremitäten. Nach dem angewandten Vorgehen wurde eine erhebliche Verbesserung dieser Beschwerden beschrieben.

Zustand des Patienten nach Abschluss der stationären Behandlung

Nach Abschluss der stationären Behandlung wurde der Patient zum Gehen auf ebenem Untergrund mit Hilfe einer Unterarmgehstütze und mit Sicherung vertikalisiert, was eine weitere Arbeit an Gang- und Gleichgewichtsstörungen erforderte. Es bestand weiterhin eine linksseitige Hemiparese, die in der linken oberen Extremität stärker ausgeprägt war.

Empfohlen wurden die Aufnahme einer weiteren Rehabilitation, fachärztliche Konsultationen sowie eine neurologische, kardiologische und hämatologische Kontrolle. Angegeben wurden außerdem eine Kontrolle von Puls und arteriellem Blutdruck sowie eine den Möglichkeiten angepasste körperliche Aktivität.

Weiterer Rehabilitationsverlauf

Nach Abschluss der stationären Behandlung setzte der Patient den Rehabilitationsprozess fort. Bei der Aufnahme in die weitere Rehabilitationsphase wurde er auf der Barthel-ADL-Skala mit 9 Punkten bewertet. Im funktionellen Zustand fielen das Fehlen der Greiffunktion der linken Hand, die Schlaffheit der linken oberen Extremität, die erhaltene Selbstständigkeit beim Essen, die selbstständige Fortbewegung im Rollstuhl sowie das selbstständige Umsetzen vom Rollstuhl auf einen Stuhl auf.

Im weiteren Verlauf wurde eine optimale funktionelle Verbesserung festgestellt, ohne eine wesentliche Verbesserung der Funktion der linken oberen Extremität, was den Bedarf einer Fortsetzung der Therapie der Parese der Hand und der oberen Extremität unterstrich.

Passende Rehabilitationsprogramme zu diesem Fall

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Neurologischer Rehabilitationsaufenthalt

In diesem Fall beschriebene Symptome und Defizite

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