FallstudieFrau, 75 Jahre· 6 Min. Lesezeit

Folgen einer Hirnblutung mit rechtsseitiger Hemiparese und motorischer Aphasie – eine Fallstudie

SprachproblemeHand und obere ExtremitätGangproblemeKognitive Probleme

Eigene Ausarbeitung des Neurologischen Rehabilitationszentrums NORMAN.

Diese Fallstudie stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt weder die Konsultation eines Spezialisten noch eine individuelle Diagnose. Bei Fragen zu Ihrem eigenen Gesundheitszustand wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Physiotherapeuten.

Therapieergebnisse

Patienten sprechen über uns

Patientendaten

Geschlecht

Frau

Alter

75 Jahre

Hauptdiagnose

  • Folgen zerebrovaskulärer Erkrankungen nach einer Hirnblutung
  • rechtsseitige Hemiplegie
  • rechtsseitige homonyme Hemianopsie
  • zentrale Fazialisparese rechts
  • Zustand nach hämorrhagischem Schlaganfall

Begleitdiagnosen

  • Hirnblutung in die Hemisphären, subkortikal
  • nicht rupturiertes fusiformes Aneurysma an der Teilung M1-RMCA
  • Atherosklerose der Arteriae carotides internae
  • arterielle Hypertonie mit Herzbeteiligung
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • gemischte Hyperlipidämie
  • Zustand nach Vertebroplastie des Wirbelkörpers Th7

Funktioneller Zustand

In diesem Fall wird der Zustand nach einem hämorrhagischen Schlaganfall mit rechtsseitiger Hemiplegie, motorischer Aphasie sowie rechtsseitiger Hemianopsie beschrieben. Die Besonderheiten der Wiedererlangung der Leistungsfähigkeit werden im Artikel über die Rehabilitation nach Hirnblutung und hämorrhagischem Schlaganfall näher erläutert. Anfangs war die Patientin bettlägerig und benötigte umfassende pflegerische Betreuung. Sie bewegte sich mit Hilfe Dritter im Rollstuhl fort.

Im funktionellen Zustand fielen Bewegungseinschränkungen auf der rechten Seite auf, darunter eine verminderte Muskelkraft der rechten oberen Extremität. Es wurde eine Verbesserung beim selbstständigen Positionswechsel vom Liegen zum Sitzen, bei der selbstständigen Fortbewegung im Sitzen und im Stehen sowie eine Verbesserung der Handfunktion festgestellt. Die Patientin bewegte sich mit Hilfe eines Rollators fort. Das Gehen erforderte einen Rollator oder die Sicherung durch eine zweite Person, was auf den Bedarf einer Arbeit an Gang- und Gleichgewichtsstörungen hinwies.

Im Bereich der Selbstversorgung werden selbstständiges An- und Auskleiden, selbstständige Durchführung von Hygienetätigkeiten wie Zähne- und Gesichtsputzen sowie eine problemlose Bedienung des Telefons beschrieben. Die Patientin war in der Lage, selbstständig eine einfache Mahlzeit zuzubereiten, zum Beispiel Brot zu bestreichen oder ein Brötchen durchzuschneiden. Schwierigkeiten betrafen einfache Aufräumarbeiten, die Erledigung von Behördenangelegenheiten und das Einkaufen. In diesen Bereichen wurde der Bedarf an Unterstützung durch andere Personen angegeben.

Im Bereich der Kommunikation traten anfangs ausgeprägte Schwierigkeiten beim Sprachverständnis und beim Sprechen auf. Die verbale Kommunikation hatte die Form eines „Wortsalats“, und die Patientin war nicht in der Lage, grundlegende Familien- und Adressdaten korrekt zu nennen. Anschließend wurde eine Verbesserung festgestellt. Die Patientin nahm bereitwillig und logisch Kontakt auf, las grundlegende Mitteilungen und Anweisungen und die mathematischen Fähigkeiten waren erhalten. Der Wortfluss blieb abgeschwächt.

Relevante medizinische Ereignisse

Im Verlauf des klinischen Zustands werden die Folgen einer Hirnblutung mit rechtsseitiger Hemiparese, motorischer Aphasie, rechtsseitiger Hemianopsie sowie zentraler Fazialisparese rechts beschrieben.

In den EKG-Untersuchungen wurden ein Sinusrhythmus, vereinzelte atriale Extrasystolen, eine Sinusarrhythmie sowie Zeichen einer sinuatrialen Leitungsstörung festgestellt. Im Blutzuckerprofil traten zeitweise erhöhte Blutzuckerwerte auf. Es wurden ein Antrag auf einen Rollator sowie auf Inkontinenzhosen ausgestellt.

In der psychologischen Beurteilung wurden anfangs eine eingeschränkte Aktivität, Orientierungsstörungen sowie Schwierigkeiten bei der vollständigen Beurteilung der kognitiven Funktionen aufgrund der Aphasie, der Hemianopsie und der Paresen beobachtet. Anschließend wurden eine vollständige autopsychische und allopsychische Orientierung, ein logischer verbaler Kontakt, eine erhaltene Selektivität und Konzentration der Aufmerksamkeit, eine erhöhte Ermüdbarkeit der Aufmerksamkeit, ein abgeschwächtes Planen und abstraktes Denken sowie abgeschwächte visuell-räumliche Funktionen beschrieben. Es wurden keine resignativen Inhalte, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen festgestellt.

Zustand der Patientin nach Abschluss der stationären Behandlung

Nach Abschluss der stationären Behandlung wurde ein guter Allgemeinzustand festgestellt. Die Patientin benötigte geringfügige Hilfe bei den Tätigkeiten des täglichen Lebens sowie eine Überwachung bei der Einnahme der Medikamente. Sie ging mit Hilfe eines Rollators oder mit Sicherung durch eine zweite Person.

Es wurden eine Verbesserung der allgemeinen Bewegungsfähigkeit, der Muskelkraft der rechten Extremitäten sowie der Ausdauer und Sicherheit des Gehens beschrieben. Zudem wurde eine deutliche Verbesserung im Bereich der Sprache festgestellt. Der verbale Kontakt war logisch, und die Patientin konnte mit ihrem Umfeld im Bereich der alltäglichen Tätigkeiten, Bedürfnisse und Emotionen kommunizieren.

Es wurden die weitere Betreuung durch den Hausarzt, eine Diabetesdiät, die Kontrolle des Blutzuckers, die regelmäßige Kontrolle von Blutbild, Kreatinin und Elektrolyten sowie die systematische Kontrolle des arteriellen Blutdrucks empfohlen. Angegeben wurden zudem regelmäßige fachärztliche Kontrollen sowie der Bedarf an Unterstützung durch andere Personen, an einer täglichen Kontrolle des Befindens und an einer Kontrolle der eingenommenen Medikamente.

Weiterer Rehabilitationsverlauf

Nach Abschluss der stationären Behandlung wurden eine weitere umfassende ambulante Rehabilitation sowie die Fortsetzung der während des stationären Aufenthalts erlernten Übungen zu Hause empfohlen. Empfohlen wurden zudem eine weitere logopädische Therapie mit Ausrichtung auf die Sprachrehabilitation nach einem Schlaganfall, zum Beispiel in Form eines logopädischen Aufenthalts nach einem Schlaganfall, sowie ein Training der kognitiven Funktionen im häuslichen Umfeld, dessen Bedeutung nach einem Schlaganfall im Artikel über den Gedächtnisverlust nach einem Schlaganfall erläutert wird.

Passende Rehabilitationsprogramme zu diesem Fall

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Neurologischer Rehabilitationsaufenthalt

In diesem Fall beschriebene Symptome und Defizite

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