Zustand nach Subarachnoidalblutung mit Gangstörungen und Kontrakturen der unteren Extremitäten – eine Fallstudie
Eigene Ausarbeitung des Neurologischen Rehabilitationszentrums NORMAN.
Diese Fallstudie stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt weder die Konsultation eines Spezialisten noch eine individuelle Diagnose. Bei Fragen zu Ihrem eigenen Gesundheitszustand wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Physiotherapeuten.
Therapieergebnisse
Patienten sprechen über uns
Patientendaten
Geschlecht
Mann
Alter
49 Jahre
Hauptdiagnose
- Zustand nach Subarachnoidalblutung aus einem rupturierten Aneurysma der linken Arteria carotis interna
- posthämorrhagischer Hydrozephalus
- Zustand nach externer Ventrikeldrainage
- Zustand nach Implantation eines ventrikuloperitonealen Shunts
- linksseitige Hemiparese
- Gangstörungen mit der Notwendigkeit, einen Rollator zu benutzen
Begleitdiagnosen
- andere extrapyramidale Störungen und Bewegungsstörungen
- Epilepsie in der Anamnese
- instabile koronare Herzkrankheit
- Angina pectoris
- organische affektive Störung
- Kachexie
- tiefe Dekubitalulzera im Bereich des Kreuzbeins und der linken Hüfte, anschließend in der Heilungsphase
- Beuge-Adduktionskontrakturen der Hüften
- Beugekontrakturen der Knie
- Verdacht auf periartikuläre Verknöcherungen der Hüften
- schmerzhaftes Schultersyndrom links nach einer Verletzung von Schulter und Oberarm
- durchgemachte Harnwegsinfektion
- durchgemachte Meningitis
- arzneimittelbedingtes Exanthem in der Anamnese
Funktioneller Zustand
In diesem Fall wird ein Patient nach einer Subarachnoidalblutung aus einem rupturierten Aneurysma der linken Arteria carotis interna beschrieben, die durch einen posthämorrhagischen Hydrozephalus kompliziert war. Anfangs war der Patient bettlägerig, kachektisch, mit Kontaktstörungen sowie tiefen Dekubitalulzera im Bereich des Kreuzbeins und der linken Hüfte. Es wurde festgestellt, dass er zuvor aufgrund der Kontrakturen nicht vertikalisiert worden war.
Im funktionellen Zustand fielen massive Beuge-Adduktionskontrakturen der Hüften sowie Beugekontrakturen der Knie auf. Beschrieben wird eine Einschränkung der Streckung von Hüften und Knien, die sich im Verlauf der Rehabilitation verringerte. Anfangs war der Patient nicht in der Lage, sich selbstständig zur Seite zu drehen; beim Aufsetzen half er sich mit den Händen und benötigte Sicherung. Nach einigen Minuten des Sitzens klagte er über Schwindel. In der Anfangsphase klagte er zudem über sehr starke Schmerzen im Gesäß und in der Schulter.
Es wurde eine Verbesserung beim Positionswechsel, beim Sitzen, bei der Vertikalisierung und beim Gehen festgestellt, die das Ergebnis der Arbeit an Gang- und Gleichgewichtsstörungen war. Der Patient war in der Lage, sich selbstständig aus der liegenden Position aufzurichten, selbstständig aus dem Bett aufzustehen, zur Toilette zu gehen sowie sich mit Hilfe eines Rollators fortzubewegen. Im Sitzen hielt er das volle Gleichgewicht. Er war in der Lage, ohne Stütze und ohne Sicherung selbst zu stehen. Er klagte nicht mehr über Schwindel, und die Schmerzen im Bereich des Gesäßes und des Schultergelenks waren abgeklungen.
Im Bereich der Kommunikation wird ein vollständig logischer verbaler Kontakt beschrieben. Der Patient aß selbstständig. Die Stimmstärke und die Dauer der Phonation waren normal und mit der Atmung koordiniert. Die Motorik der Artikulationsorgane war normal. In der Spontansprache verwechselte er gelegentlich Wörter mit ähnlicher Bedeutung oder ähnlichem Klang, und in den Äußerungen kamen Perseverationen vor, was eine weitere Unterstützung im Rahmen der Sprachrehabilitation rechtfertigte. Vereinzelt traten Wortfindungsstörungen auf. Schreibversuche wiesen auf eine weniger deutliche Handschrift hin, mit zeitweiligen Schwierigkeiten beim Lesen der eigenen Notizen.
Relevante medizinische Ereignisse
Im Verlauf des klinischen Zustands werden eine Subarachnoidalblutung aus einem rupturierten Aneurysma der linken Arteria carotis interna beschrieben, nach der klinische und radiologische Zeichen eines akuten posthämorrhagischen Hydrozephalus auftraten. Festgestellt wurden eine Embolisation des Aneurysmas, die Implantation einer externen Ventrikeldrainage sowie die spätere Implantation eines ventrikuloperitonealen Shunts. In den bildgebenden Verlaufskontrollen wurden eine Verkleinerung der Ventrikelweite, eine korrekte Lage des Shunts sowie das Fehlen von Zeichen einer frischen Blutung beschrieben.
In diesem Fall traten eine Meningitis, ein arzneimittelbedingtes Exanthem, der Verdacht auf eine Aspirationspneumonie sowie eine Harnwegsinfektion auf. Beschrieben werden zudem Appetitstörungen, eine Kachexie sowie eine organische affektive Störung. Nach einer psychiatrischen Konsultation wurden eine Verbesserung der Stimmung und des Appetits sowie eine Gewichtszunahme festgestellt.
Während des Transports zu einer bildgebenden Verlaufskontrolle traten Brustschmerzen auf. Der Patient wurde aufgrund einer instabilen Angina pectoris hospitalisiert. In der Koronarangiografie wurde eine Stenose des Ramus interventricularis anterior von etwa 50–60 % festgestellt, und im weiteren Vorgehen wurde der Patient für eine konservative Behandlung der koronaren Herzkrankheit qualifiziert.
In der neurologischen Konsultation werden ein schmerzhaftes Schultersyndrom links nach einer Verletzung von Schulter und Oberarm, eine erhebliche Einschränkung der Schulterbeweglichkeit sowie eine schmerzhafte Verdickung im proximalen Teil des Oberarms beschrieben. Festgestellt wurden zudem Kontrakturen der Hüften und Knie sowie der Verdacht auf periartikuläre Verknöcherungen der Hüften.
Zustand des Patienten nach Abschluss der stationären Behandlung
Nach Abschluss der stationären Behandlung war der Patient in gutem Allgemeinzustand. Der verbale Kontakt war vollständig logisch. Der Patient setzte sich hin und stand selbstständig auf und ging, wobei er sich mit einem Rollator sicherte. Die Dekubitalulzera befanden sich in der Epithelialisierungsphase.
Es wurden eine Verbesserung des Bewegungsumfangs der unteren Extremitäten, eine Verbesserung der Qualität des Sitzens und des Gleichgewichts sowie die Möglichkeit, mit dem Rollator einige Meter zu gehen, festgestellt. Der Patient half aktiv beim Transfer in den Rollstuhl mit, wechselte ohne Aufforderung die Position im Bett und war in der Lage, etwa 30 Minuten im Rollstuhl zu sitzen.
Es wurden die weitere Betreuung durch den Hausarzt sowie fachärztliche Kontrollen, darunter eine neurochirurgische und eine kardiologische, empfohlen. Angegeben wurden zudem eine Kontrolle in der Ambulanz für psychische Gesundheit, eine fettarme Diät, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine tägliche Kontrolle von Blutdruck und Puls sowie eine regelmäßige Medikamenteneinnahme. Empfohlen wurden die weitere Arbeit an der Motivation des Patienten, die Aktivierung zu häuslichen und haushaltsnahen Tätigkeiten, die Kräftigung der unteren Extremitäten und der Beckenstabilisatoren sowie ein interdisziplinäres Vorgehen zur Verringerung der Beugekontrakturen von Hüften und Knien.
Weiterer Rehabilitationsverlauf
Nach Abschluss der stationären Behandlung setzte der Patient den Rehabilitationsprozess im Rahmen der neurologischen Rehabilitationsprogramme fort. Wie wichtig für die Ergebnisse ein angemessener Beginn der Rehabilitation ist, erläutert der Artikel darüber, wann mit der Rehabilitation nach einem Schlaganfall begonnen werden sollte und wie dies zu tun ist. Empfohlen wurden eine weitere logopädische Therapie sowie ein weiteres Vorgehen mit Ausrichtung auf Aktivierung, Gehen, alltägliche Tätigkeiten und die Verringerung der Kontrakturen.
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